Energieberatung ? Brauche ich nicht. Kostet ja nur Geld. Die energetische Sanierung allein ist schon teuer genug. So denken viele – das erfuhr der IVH aus erster Hand beim »Runden Tisch Energieberater« in Heidelberg.
Dämmen wollen viele. Aber nur wenige sind bereit, in eine umfassende, qualifizierte Beratung zu investieren. Dass bei Sanierungen in Eigenregie so einiges schief laufen kann, stellt sich oft erst Jahre später heraus.
Immer wieder tauchen in den Medien »Skandal-Meldungen« zu fehlerhaften Dämmmaßnahmen auf – von Schimmel- und Algenbildung über Brandgefahr bis zu nicht zufriedenstellenden Einsparungen. Sollte man also doch besser die Finger vom Dämmen lassen ? Natürlich nicht – aber von Do-it-yourself- Lösungen.
Von kompetenter Energieberatung profitieren alle
Trotz der vermeintlich hohen Summen, die in die Wärmedämmung einschließlich Putz und Anstrich investiert werden, sparen viele Menschen gerade bei der Beratung. Entweder sie verzichten ganz oder suchen sich das günstigste Angebot, das sie finden können, was nicht unbedingt Qualität verspricht.
Da die so verursachten Schäden dem Image der gesamten Dämmbranche schaden, setzt sich der IVH für eine stärkere Zusammenarbeit ein. Energieberater, Handwerker und Industrie sollten immer Partner sein. Mit dem »Runden Tisch Energieberater« haben wir diese Entwicklung weiter vorangetrieben.
Eine Investition, die sich langfristig bezahlt macht
Ja, ein Energieberater kostet Geld. Daran ändert auch die Förderung durch die KfW-Bank nichts. Warum ist das so ? Eigentlich sollte das klar sein. Unternehmen zahlen enorme Summen für das Know-how der Unternehmensberater. Politiker verlassen sich auf die Ratschläge ihrer Berater – und auch dafür wird gezahlt. Energieberater investieren regelmäßig in ihr eigenes Know-how und absolvieren mehrmals im Jahr Weiterbildungsseminare.
Außerdem ist eine wirklich sinnvolle Energieberatung mit einem gewissen Aufwand verbunden : Ein Bericht für ein Ein- bis Zweifamilienhaus benötigt einen Gesamtzeitaufwand von 10 bis 15 Stunden. Das sind ein bis zwei Arbeitstage.
Schritt für Schritt zum sinnvollen Sanierungskonzept
Ein sinnvolles Sanierungskonzept ist in vier Schritte unterteilt. Zunächst gibt es eine Vorbesprechung. Da jede Immobilie ein individuelles Objekt ist, muss auch die energetische Sanierung individuell abgestimmt sein. Die Hausbesitzer geben dem Energieberater wichtige Informationen:
Zur Beratungsleistung selbst gehört eine Bestandsanalyse, die vor Ort durchgeführt wird. Dem Kunden werden unterschiedliche Sanierungsvarianten präsentiert – hier zeigt sich die Neutralität, die Energieberater für sich reklamieren. Der Kunde wird darüber hinaus auf Gesetze und Förderungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht.
Gegebenenfalls unterstützt der Energieberater seine Kunden auch bei der Beantragung der Fördermittel. In einem Bericht werden die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen schließlich schriftlich festgehalten.
Ein Energieberater kann die gesamte Planung (Kostenschätzung, Detailplanung, Bauzeit etc.) übernehmen und seinen Kunden auch während der Realisierung begleiten.
Gemeinsam handeln und Beratungsqualität sichern
Ab und zu gibt es Beschwerden über die sogenannten »schwarzen Schafe« der Branche, also selbsternannte Fachleute, die unzulänglich oder einfach falsch beraten. Ein Problem dabei ist, dass der Titel Energieberater nicht geschützt ist. Unter diesen »schwarzen Schafen« leidet jeder – ob Handwerker, Energieberater oder Dämmstoffhersteller – denn sie schrecken potenzielle Kunden vom Dämmen ab.
Einige Baustoff-Fachhändler, die sogenannten EfiBs, verfügen über gutes Know-how zum Thema Wärmedämmung. Sie leisten eine kompetente Erstberatung. Gleichzeitig sollte diese Beratung jedoch nicht die Arbeit des Vollzeit-Energieberaters ersetzen, sondern diese ergänzen.
Hier ist partnerschaftliches Verhalten gefragt : Handwerker, EfiBs und viele weitere Berufsgruppen profitieren schließlich auch davon, wenn der Energieberater dem Kunden ein ganzheitliches Sanierungskonzept entwickelt. Von diesem gemeinsamen Handeln profitiert nicht nur die Dämmbranche, sondern am Ende auch unsere Umwelt.
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